Unterwegs sind wir doch alle und immer! Unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub, auf Reisen, mit Freunden unterwegs in Kneipen, unterwegs mit Menschen, unterwegs mit Jesus.... ebenso auch unterwegs im Glauben, in Entwicklungen, in Fragen und Zweifeln, unterwegs in Schritten und Entscheidungen, in Gedanken und Erlebnissen... Unterwegs auf dem Weg des Lebens, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute einen Schritt näher zum Ziel!Wir möchten Euch mit hinein nehmen, in unser "unterwegs sein", mit hinein nehmen in unsere Schritte, Entscheidungen und Erlebnisse auf dem Weg. Auf dem Weg im Glauben und auf unserem Weg im Leben, und wir freuen uns, wenn Ihr mit uns unterwegs seid!!

Sonntag, 6. November 2011

Rundbrief 12




„Die Taten des Herrn sind wunderbar! Wer über sie nachdenkt, wird Freude an ihnen haben.“ Psalm 111,2

Kinder haben die natürliche Fähigkeit zu staunen. Hinter jeder Ecke entdecken sie Neues, Besonderes, Kleinigkeiten, um sich daran zu freuen. Je älter ein Kind dann wird, desto mehr Reiz braucht es, um staunen zu können. Als Erwachsene stehen wir in der Gefahr, dieses Staunen ganz zu verlieren. Darum müssen wir lernen, zu staunen, uns an den Kleinigkeiten und Wundern in Gottes Schöpfung zu freuen und Gott anzubeten – Ihm dankbar dafür zu sein. Denn nur in der Anbetung Gottes findet der Mensch zum Staunen zurück. Gott anbeten heisst Gott wertschätzen. In der Dankbarkeit und Wertschätzung lernt auch der erwachsene Mensch, immer wieder neu über Gottes Wunder zu staunen.

Das wünschen wir uns und euch, dass wir täglich Dinge sehen zum Staunen und dankbar Sein.

Familie Käser

Es geht uns gut als Familie und wir geniessen einander und jeden Fortschritt, den Tabea macht. Es ist schön, sie zu beobachten und mit ihr zusammen zu Lachen und Kichern. Baden macht ihr sehr viel Spass und einschlafen tut sie sehr ungern. J Leider will sie auch bei Nacht noch 1-2 Mal gestillt werden und so träumt Carmen weiterhin davon, eine Nacht lang durchzuträumen! J Schön ist es, dass wir immer wieder Besuch bei uns haben. So kamen und kommen die Praktikanten und FSJler, die wir im September und Oktober in Empfang genommen haben und in das Leben und Arbeiten hier auf Cashibo eingeführt haben immer wieder zum Essen, Film schauen oder Spielen und auch mit den anderen Missionaren treffen wir uns immer wieder um Gemeinschaft miteinander zu haben.

Buschbrände und Bibelschule

Auch für den zweiten Bibelschulblock sind 40 Bibelschüler mit ihren Familien angereist und es ist sehr schön, dass wir einige von ihnen vom letzten Jahr noch kennen und sie uns, und dass die Schülerinnen von Carmen aus dem letzten Jahr nun ganz glücklich sind, Tabea kennen lernen zu können. Kontakt haben wir mit den Bibelschülern und ihren Familien im Gottesdienst oder bei der Sonntagsschule, beim Volleyball spielen nach Feierabend, beim zusammen Arbeiten am Dienstagnachmittag oder bei uns im Garten und beim Löschen von Buschbränden. In der Trockenzeit von Mai bis September regnet es kaum bis gar nicht und

daher ist hier dann alles ziemlich trocken. So

kann es sogar

vorkommen, dass unsere Weiden für die Kuhherden anfangen zu brennen, weil sie wegen der Brandrodung, die hier betrieben wird, Feuer fangen. Gemeinsam machen wir uns dann möglichst mit vielen Leuten, mit Traktor, Macheten und Stiefeln auf den Weg, um den Brand zu löschen. Wir schlagen dann von Hand oder mit dem Traktor Schneisen damit das Feuer sich nicht weiter ausbreitet. Danach muss man nur noch diese Schneisen „verteidigen“, so dass das Feuer nicht überspringt. Dazu klopfen wir dann mit Ästen und grossen Blättern wild auf übergesprungene Funken auf dem Boden herum. Hier sind wir dankbar für alle Bewahrung und auch seit einiger Zeit regnet es wieder öfters und die Gefahr von Bränden besteht nicht mehr.

Kindergarten für Missionarskinder

Jeden Donnerstag und Freitagvormittag sind Carmen und Tabea zusammen mit den Missionarskindern im Kindergarten. Die Kinder sind sehr offen und unkompliziert und sie sind mit Interesse und Begeisterung dabei. Im Moment haben wir das Thema Bauernhof. Das ist sowohl für die „Urwaldkinder“ als auch für mich, Carmen sehr interessant. Für die Kinder hier sehen nämlich Kühe so aus, und Schafe so. Pferde mit Hufeisen kennen sie nicht, Heuernte und Getreidesaat kennen sie nur vom Erzählen, so wie ihnen auch die Jahreszeiten und der Herbst als Erntezeit nichts sagen. Das tut mir zum Teil schon ein bissle weh, weil das alles für mich so wichtig ist und „Heimat“ ausmacht. Ich vermisse den Herbst mit den bunten Blättern, den Duft der Erde, wenn man Kartoffeln erntet und sogar den trüben November. Aber dann frage ich mich wieder, was wichtiger ist, zu wissen: wann das Getreide gesät wird oder wie man eine Vogelspinne tötet. Und kann man das eine überhaupt gegen das andere abwägen? Aber wir sind gut zusammen unterwegs und ich versuche, ihnen etwas von meinem Wissen und meinen Erfahrungen weiterzugeben und profitiere von ihrem Wissen, was das Leben hier angeht und ihrer unkomplizierten Art. Und es ist für uns als Familie spannend, wie wir es schaffen werden, dass für Tabea unsere Heimat wenigstens auch ein Stückchen „Heimat“ sein wird.

Aus unserer Wahlheimat senden wir Euch ganz viele liebe Grüsse in die Heimat und den Herbst. Vielen Dank für alle Gebete, alle Grüsse und jede Unterstützung.

Vergelt’ s Gott!

In Ihm verbunden!

Dienstag, 6. September 2011

Tabea Julia

Hier einige Fotos von Tabea







Dienstag, 21. Juni 2011

Rundbrief 11


Ein Prediger wurde von einer Dame in ein Gespräch verwickelt. Bald merkte er, dass es ihr darum ging, Gott durch gute Werke gnädig zu stimmen, aber sie konnte dadurch nicht froh werden. Schliesslich sagte er: ‚Wissen Sie was? Wir haben verschiedene Religionen.’ Sie sah ihn erstaunt an, weil sie das nicht verstehen konnte, bis er fortfuhr: ‚Ihre Religion heisst TUN und meine heisst GETAN. Alles, was Gott von uns verlang, hat der Herr Jesus schon längst für uns getan.’ “

Dieser Text aus einer „ethos“ Zeitschrift hat uns sehr angesprochen und zum Nachdenken angeregt. Wir hoffen, dass Ihr wissen dürft, dass Jesus alles für uns getan hat, wir nichts mehr beisteuern müssen und Er den Weg zum Himmel frei gemacht hat!

Geburt von Tabea Julia

Am 9. Juni kam unsere Tochter Tabea Julia zur Welt. Wir sind froh und dankbar, dass alles gut ging und sie gesund

und munter ist.

Nun wollen wir Euch die Gelegenheit geben, einen kleinen Einblick in das Gesundheitswesen hier in Peru zu bekommen, denn hier in Peru im Krankenhaus läuft vieles anders als bei uns. Das ganze hier funktioniert ähnlich wie ein Stationenlauf. Bei uns sah das etwa so aus: Da Tabea wegen Steisslage per Kaiserschnitt zur Welt

kam, kamen wir wie ausgemacht am 9. Juni morgens um 7 Uhr im öffentlichen Krankenhaus von Pucallpa an. Dort mussten wir uns zuerst bei Schalter 1 anmelden, dann zur Kasse, um dort einen Vorschuss zu bezahlen, mit der Quittung konnten wir uns wiederum bei Schalter 2 melden. Von dort wurden wir zur Apotheke geschickt, um die nötigen Medikamente zu besorgen (in Peru kauft alles der Patient selber oder dessen Begleitperson ein: jedes Mittelchen, Gaze, Pflaster, Handschuhe, Anästhesie, Spritze und, und, und, muss extra gekauft werden). Als wir alle unsere Medikamente und Belege hatten meldeten wir uns wieder bei Schalter 2 und wurden von dort zur Hebamme geschickt. Diese sagte uns, dass wir leider erst mal warten müssten, da kein Bett für die Operation frei war. Nach etwa zwei Stunden, es war bereits 10.00 Uhr, fragten wir nochmals bei der Hebamme nach.

Diesmal wurden immerhin schon die ersten Untersuchungen gemacht. Der Nagellack musste noch entfernt werden und auch für den Nagellackentferner musste Peter extra in eine Apotheke gehen, um diesen zu kaufen. Dann endlich wurden wir mal in das Krankenzimmer gebracht, wo wir uns einigermassen einrichten konnten und man sagte uns, dass wir weiter auf ein Operationsbett warten sollten. Es vergingen weitere 1,5 Stunden und dann ging plötzlich alles sehr schnell.

Eine Krankenschwester kam mit einem Rollstuhl, Carmen wurde noch vorbereitet, dann aufgeladen und in den Operationssaal gebracht und eine halbe Stunde später tat Tabea ihren ersten Schrei. Während der 2 Tage im Krankenhaus wurden wir gut betreut und Tabea wurde interessiert von allen betrachtet. Weil es so heiss war, wollten wir unsere Türe nicht zu machen und es konnte jeder reinschauen oder hereinlaufen und so hatten wir leider so gut wie keine Privatsphäre. Auch die Hygiene auf den Zimmern und WCs lässt für unsere Begriffe zu wünschen übrig.

So waren wir froh, als wir wieder im ruhigen Cashibo in

unseren eigenen 4 Wänden waren.

Entlassen wurden wir mit einem grossen Stapel Rechnungen, jede Dienstleistung wird von der Person selbst verrechnet. So bezahlte Peter tapfer die Rechnung von Dr. Makiya für den Kaiserschnitt, eine separate vom Anästhesist, eine Rechnung vom Kinderarzt für die Untersuchungen, von der Hebamme für die Einweisungen zum Stillen, Wickeln, Baden und eine vom Krankenhaus für Bett und Essen. Aber es ging alles gut und wir wussten uns getragen und bewahrt.

Nun sind wir dabei, uns aneinander und an das Leben zu 3 zu gewöhnen. Es geht uns gut, wir freuen uns aneinander und geniessen unsere Tochter und jeden Fortschritt. Tabea wiegt schon über 5 kg, wächst und gedeiht und ist wach, fit und aufmerksam. Sie ist ein recht zufriedenes Kind. Auch Carmen hat sich nun daran gewöhnt, rund um die Uhr Mama zu sein, die Zeiten zwischen Stillen, Wickeln, Singen und Herumtragen und jede freien 10 Minuten zu nutzen und sich auf Unterbrechungen einzulassen.

So geht es uns rundum gut und wir bedanken uns bei Euch allen für’s Beten, für all’ die vielen Mails Glückwünsche und Päckle! Mit jeder Postsendung, die aus Pucallpa hier ankommt, bekommt Familie Käser Pakete und Grüsse. Euch allen ein ganz herzliches Dankeschön, für all die schönen und leckeren Sachen, die Ihr uns schickt!

Zusammenarbeit mit Bibelschülern

Der erste Bibelschulblock für dieses Jahr ist schon wieder um. Die 50 Schüler und ihre Familien werden uns schon

wieder verlassen, die neuen reisen an und Mitte August beginnt der 2 Block für dieses Jahr. Jeden Dienstag- nachmittag haben die Bibelschüler einen „Arbeitsmittag“, an dem sie in verschiedenen Bereichen der Station mitarbeiten. So sind auch bei Peter immer einige Bibelschüler mit im unterwegs. Er verteilt dann die Arbeit und betreut sie. Es ist schön, so Kontakt zu den Bibelschülern zu bekommen und mit ihnen zusammen arbeiten und reden zu können.

Kindergarten für Missionarskinder

Hier auf der Station Cashibo gibt es für die Kinder der europäischen Missionare eine Schule und einen Kindergarten. Ab August wird Carmen in diesem Kindergarten unterrichten. Jeden Donnerstag und Freitagvormittag wird sie dort zusammen mit Tabea und 7 Kindern zwischen 3 und 6 Jahren das Thema Bauernhof durchnehmen. Sie freut sich darauf, nach langer Zeit mal wieder im Kindergarten mit Stuhlkreis, Liedern und Bilderbüchern aktiv zu sein und hofft, dass mit Tabea auch alles gut geht!

Aus dem heissen Peru senden wir Euch ganz viele liebe Grüsse nach Europa. Vielen Dank für alle Gebete, alle Grüsse und jede Unterstützung.

Vergelt’ s Gott!

In Ihm verbunden!

Dienstag, 5. April 2011

Rundbrief 10





„Die Gedanken sind frei…“, heisst es in einem alten Volkslied, und ja, es stimmt, ich kann denken, was ich will, und niemand muss es mitbekommen. Aber in unserem Alltag merken wir, dass es sehr wohl Auswirkungen hat, wie wir über Mitmenschen und Aufgaben denken. Gedanken wirken als Segen oder Fluch. Mit meinen Gedanken kann ich das Klima bei mir zuhause bestimmen, sie wirken sich auf die Atmosphäre in der Gemeinde, am Arbeitsplatz und auf meinen Umgang mit den Mitmenschen aus. Gedanken helfen oder vernichten, sie zerstören Beziehungen oder bauen sie auf. In 2. Korinther 10,5 b sind wir dazu aufgefordert, negativen Gedanken über Gott und Mitmenschen keinen Raum zu geben: „Wir nehmen alle Gedanken gefangen und unterstellen sie Christus.“ Es hilft uns im Umgang miteinander, wenn wir positiv über unsere Mitmenschen denken. Wir wünschen Euch, positive Gedanken über Gott, über Euch selbst, Eure Aufgaben und Eure Mitmenschen!

Mähen, Termiten und Frauenstunde

Einblick in Peters Arbeit

Hier ist gerade Regenzeit. Es regnet sehr oft und so ist es schwierig, die Arbeiten draussen zu erledigen und auch die Arbeiten der einheimischen Arbeiter und Gärtner und der Praktikanten, für die ich, Peter auch zuständig bin, zu koordinieren. Die Rasenmäher laufen auf Hochtouren, da das Gras sehr schnell wächst und es doch einige Flächen auf der Station zum Mähen gibt. Seit einigen Wochen sind wir auch intensiv bei der Termitenbekämpfung dran. Da einige Häuser und Bäume auf der Station von Termiten befallen sind, ist dies eine Dauerbeschäftigung. Zum Beispiel unsere Kirche wird zurzeit von vielen Termiten regelrecht durchlöchert. Jeden Tag verfolgen wir ihre Gänge, graben Löcher und verbrennen Nester aber sie bauen immer wieder die zerstörten Gänge auf und lassen sich von all dem überhaupt nicht beirren. Und wenn man denkt, man hat den richtigen Weg zu ihrem Nest gefunden, führt er oft irgendwo ins nichts oder geht am anderen Tag in eine andere Richtung. Ja, ihr seht schon: so einfach lassen sich die kleinen Viecher nicht bezwingen. Da braucht man halt viel Geduld und Ausdauer. Schon bald fängt der nächste Bibelschulblock an und das heisst auch für die Druckerei, dass da einiges an Arbeit auf uns zukommen wird. Auch wollte ich da natürlich wieder die Wiesen rund um die Studentenwohnhäuser mähen und machte mit Traktor und Mähwerk fröhlich meine Runden. Doch nach einer Weile machte das Mähwerk so komische Geräusche und es hiess für mich ab in die Werkstatt - eine grössere Sache. Hier auf Cashibo ist es oft so, dass man sich etwas vorgenommen hat und aus irgendeinem Grund kommt was dazwischen oder geht kaputt oder, oder….. Aber es geht mir gut und es wird nie langweilig bei all diesen verschiedenen Aufgaben.

Wie sieht eine Frauenstunde aus

Während der Zeit, solange hier kein Bibelschulblock war, habe ich, Carmen in der Frauenstunde für die Frauen der Indianer, die eine handwerkliche Ausbildung hier auf der Station machen, mitgeholfen. Der Beginn der Frauenstunde ist eigentlich um 9 Uhr. Bepackt mit Gitarre, Liederbüchern, Bilderbüchern und Figuren, Stiften und Ausmalbildern war ich dann um diese Uhrzeit auch im Tambito (Gartenhäusle mit Palmblätterdach) … nur die Frauen waren weit und breit nicht zu sehen. Normalerweise müssen sie in ihren Häusern über die ganze Station verteilt „eingesammelt“ und an die Frauenstunde erinnert werden. Bis dann alle da waren, war es meist 9.45 bis 1o Uhr. Vorstellen muss man sich eine Frauenstunde hier eher wie in Europa eine Kinderstunde. Die Frauen können wenig bis gar kein Spanisch, sie sind schüchtern, kommen aus unterschiedlichen Kulturen und haben nebenher meist 1-3 Kleinkinder auf dem Schoss. So singen wir immer einige Lieder, Bewegungslieder finden sie witzig, wir beten gemeinsam und hören eine biblische Geschichte. Hier werden immer Hilfsmittel wie Bilder oder Figuren benutzt, so dass sich die Frauen die Geschichte besser vorstellen können. Zum Abschluss gibt es noch was zu Basteln oder ein Ausmalbild und wenn es dann noch Kuchen und Getränk gibt, dann sind Frauen und Kinder glücklich! J Für mich ist es immer noch schwierig einzuschätzen, wie viel die Frauen wirklich mitbekommen, aber wenn sie dann beim Sammeln der Gebetsanliegen soviel Offenheit und Vertrauen zeigen, dass sie ihre Sorgen und Ängste nennen oder mir beim Verabschieden ins Gesicht schauen, anstelle scheu auf ihre Zehen zu grinsen und mich anlächeln, dann sind das kleine Lichtblicke und ich hoffe und bete, dass sie wenigstens 1-2 Inhalte der Geschichten oder den Text von einem Lied im Gedächtnis behalten und dass sie die Zeit hier auf Cashibo und den Umgang mit ihnen positiv erleben.

Besuch und Ferien

Sehr genossen haben wir die Zeit des Besuchs von Familie Bösch und Scheidegger und das Praktikum von Rahel Hunziker. Das Interesse an der Arbeit und ihre tatkräftige Unterstützung in vielen verschiedenen Bereichen taten uns sehr gut. Wir konnten Weihnachten und Silvester zusammen feiern und natürlich haben wir auch gemeinsam immer wieder Ausflüge in der Umgebung unternommen, Pucallpa kennengelernt oder auch eine Wochenendreise nach Tingo Maria unternommen. Ebenfalls eine schöne Zeit waren unsere zwei Wochen Urlaub im März, die wir zur Entspannung und zum Abschalten in Lima verbracht haben.

Und sonst…?!

Sonst geht es uns gut, und es gibt ja auch schöne Neuigkeiten. Viele von Euch haben es ja bestimmt schon mitbekommen, aber wir wollen doch die Freude über das neue Leben, das in Carmens schon recht umfangreichem Bauch heranwächst mit allen teilen. Ab Juni werden wir zu dritt sein. Das Kinderzimmer hat schon eine schöne Einrichtung, Georg Bösch hat uns den Wickeltisch gebaut und wir sind sehr dankbar, dass wir viele Sachen von den anderen Missionarsfamilien geschenkt bekommen haben und nun auch in Lima noch schöne Sachen einkaufen konnten. So sind wir gespannt und freuen uns auf das Leben zu dritt. Auch zum Wetter gibt es was zu berichten, weil wir grad hier eine äusserst wasserreiche Regenzeit haben. Die Cocha (der Badesee) ist so sehr angestiegen, dass der Weg teilweise überschwemmt ist, im Garten steht das Wasser und alles ist rutschig und schlammig und auch im Haus bekommen Stoffe, Sofakisssen und sogar Kleider im Schrank einen grauen Schleier oder Schimmelflecken und alles beginnt gleichmässig-gammelig nach Urwald zu riechen. Nicht zu vergessen bei der Regenzeit sind die Schwärme von Stechmücken, die sobald wir uns einige Sekunden im Freien aufhalten, meist ausgehungert über uns herfallen.

Und aus dem regnerisch-heissen Cashibo senden wir Euch viele, liebe Grüsse und bedanken uns ganz herzlich für alle E-Mails, Anrufe, Päckle, all Eure Gebete und alle Unterstützung!

DER HERR SEI MIT EUCH!

Montag, 20. Dezember 2010

Rundbrief 9


„Ich steh an deiner Krippen hier
oh Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohl gefallen.“
Paul Gerhardt
Mit meinem, Carmens Lieblingsweihnachtslied von Paul Gerhardt grüssen wir Euch ganz herzlich zum Weihnachtsfest und wünschen, dass wir alle immer wieder zum Kind in der Krippe kommen und uns ganz bewusst, mit unserem ganzen Leben, unserem Denken, mit Herz und Seele IHM hingeben können und uns IHM schenken. IHM, der uns schon alles geschenkt hat!
Stammesreise nach Tampe
Schon seit einiger Zeit ist Carmen wieder von ihrer Stammesreise nach Tampe bei den Aguaruna zurück. Gott sei Dank ging alles gut, die Reise und alles Unterwegs sein in zum Teil alten, kaputten Autos oder Bussen und auf abenteuerlichen Strassen ging sehr gut und auch das Leben und Essen im Stamm waren eine gute Erfahrung. Leider waren allerdings im Kurs für Jugendleiter nur 5 Teilnehmer dabei. Doch wir konnten die Zeit nutzen und viel in geistlicher Zurüstung und Seelsorge mit den Teilnehmern und anderen Dorfbewohnern machen. Die Stimmung im Kurs war gut und wir freuen uns daran, dass die 5 Teilnehmer nun schon eine Jugendstunde in ihrem Dorf angefangen haben. Wir hoffen nun, dass die 5 zu einem guten Team zusammenwachsen und wirklich am Glauben und an der Arbeit mit den Jugendlichen dran bleiben.
Ein besonderes Erlebnis für Carmen war das Gebet mit einer kranken Frau aus dem Nachbardorf. Antolina ist die Schwester unseres Kursteilnehmers und Übersetzers Ruperto; und sie fühlte sich an einem Tag sehr schlecht, konnte nicht mehr atmen, hatte einen Druck auf der Brust, war apathisch und sie dachten schon, dass es mit ihr zu Ende ginge. Christina und Carmen fuhren spät abends noch mit dem Boot ins Nachbardorf um sie zu begleiten und mit ihr zu beten. An diesem Abend hat sie ihre Sünden erkannt und bekannt, ihr Leben Jesus übergeben und sich von den Bindungen an alles Okkulte losgesagt. Wir beteten nochmals mit ihr und anschliessend ging es ihr auch wieder besser. Am folgenden Tag erzählte uns Ruperto, dass sie sogar schon wieder aufstehen konnte und es ihr recht gut gehen würde. Allerdings einen Tag später wurde sie mit dem Boot, auf einer Bahre liegend wieder zu uns gebracht. Sie konnte wieder nicht atmen, hatte einen Druck auf der Brust und fühlte sich unwohl und bedroht. In der Nacht hatte sie schlimme Träume gehabt, in denen sie von einem schwarzen Hund verfolgt und vom Zauberdoktor gerufen worden war - anschließend war sie wieder mit diesem Druck und Angst aufgewacht. Nach der Erklärung, dass der Teufel immer wieder versucht, uns anzufechten und wir uns immer wieder ganz fest an Jesus hängen müssen und den Zweifeln und Bindungen an Okkultes wehren müssen, beteten wir wieder zusammen und ab da ging es Antolina wieder besser, sie konnte wieder atmen und sich aufsetzen und nahm dann an unserem Kurs teil. Dies war ein eindrückliches Erlebnis über die Grösse und Macht von Jesus, aber auch über die Präsenz des Bösen in der Welt und im Denken und Fühlen der Indianer.

Auf der Station
Peter ging es in der Zeit alleine auf der Station auch gut. Er hat viel mit den Praktikanten zusammengearbeitet und sie in ihre Aufgaben eingeführt. Auch beim Mähen der Wiesen ging alles gut - ausser 2 verstückelten Schlangen kam nichts Schlimmes unter dem Mähwerk zum Vorschein. Und schon wieder ist auch der Frontlader am Traktor angehängt und es geht weiter mit Baggerarbeiten. Der grosse Fischteich auf der Station hat seine letzten Formungen gekriegt, so dass bald das Wasser reinfliessen darf. Auch müssen jetzt viele Abwassergräben gereinigt werden, so dass sie dann das Wasser schlucken können, wenn der grosse Regen kommt.
Carmen macht mit den 8 Indianerfrauen, die im Moment auf der Station sind, Unterricht in biblischen Geschichten, arbeitet im Büro an Mails oder Verdankungen und im Moment laufen die Weihnachtsvorbereitungen in vollem Gange. Es gibt auch im Cashibodorf Adventsfenster, wir backen Breetle und hören oder singen Weihnachtslieder. Eine besondere Freude für uns ist, dass wir Weihnachten zusammen mit Familie Bösch und Rahel Hunziker feiern können. Rahel ist schon 5 Wochen hier und Böschs kamen Anfang Dezember hier an und sind nun am sich Einleben und Zurechtfinden in Peru und Georg hilft bei der Renovierung des GästehausWCs.

1 Jahr in Peru
Nun sind wir schon über ein Jahr in Peru, leben schon fast ein Jahr auf Cashibo und werden unser zweites Weihnachtsfest in der Hitze und weit weg von Familie, Tannen und Schnee feiern.
Wir fühlen uns wohl hier und unser Häusle ist echt super, aber auch wenn wir schon 8 Monate hier sind, fühlen wir uns dennoch noch nicht so wirklich zuhause hier. Wir sind immer noch am Zurechtfinden in unseren Aufgaben, am Platz suchen in der Gemeinschaft auf Cashibo, sind uns oft noch im Unklaren über Erwartungen, die an uns gestellt werden und fühlen uns oft noch unsicher im Umgang mit der fremden Kultur, in Situationen und Reaktionen.
Da sind wir froh über Euer Hinter-uns-Stehen und all Eure Gebete. Und dennoch merken wir auch, dass wir inzwischen von der Heimat ziemlich weit weg sind. Wir sind in Gebeten und Gedanken viel bei Euch, doch leider sind Veränderungen und Stimmungen in Familien oder in der Gemeinde für uns nicht so recht fassbar und manche Informationen erreichen uns erst mit zeitlicher Verzögerung oder gar nicht. So haben wir im Oktober mit Bestürzung die schreckliche Nachricht vom Unfalltod von Lea Krämer, einer Jugendlichen aus Perouse bekommen. Wir beten für die Familie um Kraft und Trost und auch wenn Gott uns in diese so ganz andere Welt hier gestellt hat ist es gut zu wissen, dass wir im Gebet aneinander und an unserem Ergehen Anteil nehmen können, für einander einstehen können und in Gott über den grossen Ozean hinweg miteinander verbunden sind.
In dem Spagat zwischen dem Kontakt halten mit Euch in der Heimat und dem heimisch werden und Kontakte knüpfen hier in Peru, sind wir sehr froh und dankbar für jedes Mail, jedes Telefonieren, alles Erzählen und Teilhaben lassen aus Euerm Alltag, aus der Gemeinde, aus den Gruppen und Kreisen. Wir bedanken uns ganz herzlich für jede Information, jeden Gruss, jede Karte, jedes Päckle und für jedes Gebet von Euch für uns. Sehr dankbar sind wir auch über all Eure reichliche, finanzielle Unterstützung – Danke!
Und nun am Ende vom Jahr 2010 sind wir froh, dass Gott selber mit uns unterwegs war in all den Veränderungen, dass Er uns bewahrt hat und uns mit einem tollen Freundeskreis beschenkt hat! Wir bedanken uns herzlich für Euer Interesse und alle Zeichen der Freundschaft und wünschen Euch von Herzen schöne und gesegnete Weihnachten und ein gutes Jahr 2011!
Mit lieben Grüssen aus dem peruanischen Urwald

DER HERR SEI MIT EUCH!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Rundbrief 8

„Gott ist mit dir, in allem, was du tust“
1.Mose 21,22
Sage ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen, deine Träume zunichte machen, deinem Tag eine ganz andere Richtung geben – ja vielleicht deinem Leben. Sie sind kein Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen.
Dom Helder Camara

Manchmal überrascht uns Gott. Manchmal sind es positive Überraschungen, manchmal auch negative und wir verstehen die Situationen, in denen wir stehen nicht, verstehen die Veränderungen nicht, ja verstehen Gottes Wege nicht. Etwas bringt uns durcheinander, es ärgert mich, dass das lange Gespräch mit einer Frau meinen ganzen Tagesplan durcheinander bringt, die Wäsche bleibt liegen und es gibt kaltes Mittagessen. Oder wir ärgern uns, dass Dinge und Planungen nicht so funktionieren, wie wir uns das gedacht haben. Doch wir wollen darauf vertrauen, dass Gott in allem, in den positiven und den negativen Überraschungen da ist, dass Er alle Situationen kennt und in der Hand hält und dass Er weiss, wo es hin geht, was das Ziel ist. So wollen wir Tag für Tag offen sein für Überraschungen, Veränderungen und für Gottes Führung auch wenn es uns schwer fällt oder durcheinander bringt.

Alltag
Schon wieder ist einige Zeit vergangen seit unserem letzten Rundbrief, und so ist es nun wieder dran, dass wir Euch ein bissle aus unserem Leben und unserm Alltag erzählen. Zuerst haben wir ja Anfang August unsere Geburtstage gefeiert. Zwar hatte Carmen tagsüber Sitzung und Peter hat solange auch in der Druckerei gearbeitet, aber dann am Abend haben wir es uns noch ein bissle gemütlich gemacht und schön gegessen, ein Gläschen Wein getrunken und uns über all die Grüsse, E-Mails, Päckchen und Briefe gefreut! Vielen, herzlichen Dank da an alle, die an uns gedacht haben!
Dann konnten wir die Zeit mit den Besuchen von Sarah und Markus und David Knecht geniessen, hatten die Möglichkeit viel aus der Heimat zu hören, auszutauschen und auch einige Ausflüge zu machen.
Im Moment sind wir mit der Anleitung der neuen Praktikanten die hier auf die Station kommen beschäftigt, machen Sonntagsschule, reparieren den defekten Traktor oder heben Trinklöcher für die Rinder aus. Sehr freuen wir uns auf die Ankunft von Rahel Hunziker, die wir vom TSC Chrischona kennen und die für 4 Monate hier auf die Station kommt, und auf Familie Bösch, die als handwerklich begabte Menschen J für 2 Monate hier mithelfen werden.

Einkaufen in Pucallpa
Was immer wieder ein kleines Erlebnis ist, ist das Einkaufen hier in Pucallpa.
Auf der Station haben wir einen kleinen Laden, wo wir so die nötigsten Dinge, wie Reis, Zwiebeln und Kartoffeln, Nudeln und Spagetti, Salz und Ähnliches kaufen können. Auch das Gemüse können wir ein Mal pro Woche bei einem Gemüsehändler in Pucallpa bestellen, und er liefert es dann auf die Station. Doch so alle 2-3 Wochen heisst es, wieder los nach Pucallpa für den Grosseinkauf. Pucallpa ist eine sehr laute, chaotische Urwaldstadt. Es wimmelt in den Strassen von überladenen LKWs und Mototaxis (Dreiräder mit einer Sitzbank hinten für Passagiere), überall staubt es und aus jedem Lädchen dröhnt laute Musik.
Auf dem Markt kann man eigentlich alles kaufen: Frischen oder getrockneten Fisch, ganze Hühner oder schon ohne Innereien, Rinderhufe und Hühnerfüsse oder Wachteleier. Wir kaufen meist nur schönes frisches Gemüse oder tropische Früchte, die es auch in Hülle und Fülle und megalecker dort zu kaufen gibt. Da wir Rinderfleisch auch auf der Station von unseren eigenen, kaum zähen Rindern bekommen, kaufe ich manchmal nur noch ein paar Hühnerbrüstchen, (natürlich von ganz frisch geschlachteten, sogar noch warmen Hühnern, wie sie mir immer versichern …warum die Tiere bei 35 Grad wohl warm sind? … frage ich mich J), um sie dann einzufrieren und ein bissle Abwechslung in den Speiseplan zu bekommen. Und dann… Gewürze gibt es nur im kleinen Laden am Park, Rosinen und Backbleche nur im „Backlädeli“, teuren Schinken und die einzige Sorte Käse nur 4 Strassen weiter, Mehl und Zucker ist in den Grosshandlungen billiger, den Stoff kaufe ich im einen Laden, aber den dazugehörigen Faden gibt es nur in einem anderen Laden, Plastikartikel gibt’s nur in der Plastikstrasse, wo sich ein Plastikladen an den anderen reiht und Druckereibedarf und Büroartikel nur in der Buchhandlung. (Da lobe ich mir doch den grossen Migros mit 3M oder das Leocenter!)
Nach ca 4 Stunden in der Stadt sind wir ziemlich platt und haben aber auch den Grossteil unserer Liste erledigt. Wenn wir dann endlich wieder auf Cashibo sind und die Ruhe, das Vogelgezwitscher und Grillengezirpe geniessen wollen, so müssen wir aber erst noch alle unsere Einkäufe versorgen. Das Hühnerfleisch muss schnell eingefroren werden, Schinken und Käse schnell im Kühlschrank verstaut werden, Reis, Mehl und Zucker schnell in luft- und ameisendichte Behälter gefüllt und die Teigwarenpäckchen müssen erst noch 12 Stunden eingefroren werden, so dass die Tierchen darin sterben und sich nicht in meinem Lebensmittelschrank weitervermehren J. Das Schönste ist aber das ganze Gemüse und Obst, das erst gewaschen werden muss und dann in Chlorwasser desinfiziert werden muss. Ja, wir armen Europäer….! Doch sind wir froh, dass wir wirklich viele Dinge hier in Pucallpa kaufen können und wir bestens versorgt sind!

Stammesreise nach Tampe
Der Unterricht bei den Missionarskindern war für Carmen eine sehr schöne Zeit und gab einen interessanten Einblick in diese Arbeit. Nun mit den Herbstferien ist Carmen damit fertig, da nun ein Lehrerehepaar dies übernehmen wird, und so ist sie im Moment mit den Vorbereitungen für eine Stammesreise beschäftigt. Carmen wird Ende Oktober mit unserer Nachbarin Christine Friedli zu einer Reise zum Stamm der Aguaruna aufbrechen. Die beiden werden zusammen einen Jugendleiterkurs durchführen und gemeinsam mit dem Mechaniker der Station, Matthias Schüttler, der zur gleichen Zeit einen Mechanikerkurs durchführen wird, unterwegs sein. Nach 2-3 Tagen Reise mit Flugzeug, Bus, Auto und Boot wird der Kurs noch 2 Wochen gehen. Während der Zeit werden sie im Stamm leben, wohnen und essen und dann in der dort bestehenden Kirche unter den Jugendgruppenleitern den zweiten Teil eines Kurses unterrichten, Besuche machen und Gruppenstunden gestalten.

Wir senden viele, liebe Grüsse aus dem heissen Urwald von Cashibo und sagen Danke für all Eure Gebete und alle Unterstützung!

DER HERR SEI MIT EUCH!

Sonntag, 19. September 2010

Besuch von Sarah und Markus

in Lima
im Wasserpark von Lima
Wasserpark bei Nacht
unterwegs mit den Motorrädern
im Zoo von Pucallpa
bei den Affen :)
Volleyball auf der Station
beim Fischen an der Cocha - Markus war erfolgreich
Peter beim Fischen